Michael Gerhold

Michael Gerhold: Mit 23 Jahren Geschäftsführer einer der größten Eventagenturen Kölns

Während meiner Ausbildung in der LANXESS arena habe ich Michael Gerhold kennen gelernt. Er war ein Jahr über mir, es kam mir aber so vor als mache er die Ausbildung nur „der Ordnung halber“.

Alle wichtigen Connections und Erfahrungen brachte er bereits mit. In einer Veranstalterfamilie aufgewachsen, hatte er sogar seine eigenen Shows als Alleinunterhalter. Er spielte Klavier und sang dazu, bis es die Gäste nicht mehr auf den Stühlen hielt. Leider habe ich ihn selbst noch nie live gesehen und ich weiß gerade gar nicht mehr, wie es dazu kommen konnte….

Michael Gerhold Alleinunterhalter

photocredit: medien&design Brückner

Direkt nach seiner Ausbildung übernahm Michael die Agentur von seinem Patenonkel Manfred Wolff – Agentur Ahrens.

Den Kölner Karnevalfans wird diese nicht unbekannt sein. Hier wird alles gemanagt was in Köln Rang und Namen hat. Es gibt noch ein Foto aus Michaels Kindertagen, gemeinsam mit Bernd Stelter und auch als Prinz des Kölner Kinderdreigestirns durfte er schon durch den Rosenmontagszug fahren.

 

Michael, warst du überhaupt schon bereit für soviel Verantwortung?

Das ist eine gute Frage. Ich kannte die Agentur nun seit den Kinderjahren und bin im Prinzip damit aufgewachsen. Früher in den Schulferien habe ich dort geholfen und Verträge kontrolliert. Später dann habe ich meinen Onkel bei größeren Veranstaltungen unterstützt. Aus dieser Sicht würde ich sagen, dass ich die Firma und das Metier zumindest gut kannte. Die frühe Übernahme der Agentur kam letztendlich nur dadurch, da mein Patenonkel zu Beginn des letzten Ausbildungsjahres verstarb und ich es somit unmittelbar nach der Ausbildung versuchen musste, andernfalls hätte sich die Gelegenheit nicht mehr ergeben.

 

Wie bist du mit schwierigen Situationen umgegangen und wen konntest du um Rat fragen?

Gerade zu Beginn gab es einige schwierige Situationen. Ich habe viel Halt bei meinen Eltern und meinen Freunden gefunden. Mit meinen Eltern habe ich dann die Probleme besprochen. Sie und meine Freunde haben mir Mut gemacht weiter zu machen und meinen Weg zu gehen. Sie haben an mich geglaubt. Es wäre jedoch gelogen, wenn ich behaupten würde, ich hätte, gerade im ersten Jahr, nicht die ein oder andere Nacht wach gelegen. Das geschieht ab und an heute noch, wenn der Kopf einfach nicht abschalten will.

 

Jetzt bist du der Chef der Agentur, hast ein fleißiges Team unter dir und organisierst spannende Events. Was hast du im Laufe der Zeit in der Agentur verändert?

Im Prinzip alles. Von der Inneneinrichtung, über die Kommunikation nach außen, bis hin zum Geschäftsfeld. Zum Zeitpunkt der Übernahme war das Karnevalsgeschäft nahezu das einzige Segment in dem wir tätig waren. Inzwischen haben wir uns auch für das Jahresgeschäft breiter aufgestellt. Von der einzelnen Künstlervermittlung, bis hin zur Konzeptentwicklung von Veranstaltungen sind wir tätig. Zudem haben wir noch den Bereich Kabarett- /Comedy für uns entdeckt. Hier sind wir mit Ingrid Kühne, Volker Weininger und Henning Schmidtke sehr breit aufgestellt. Für diese Künstler booken wir das Tourgeschäft. Seit dem vergangenen Jahr veranstalten wir als örtlicher Veranstalter zudem Events. Hier war der bisherige Höhepunkt sicherlich die TV-Aufzeichnung von Bernd Stelters Kabarett-Programm >>Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte<< in der Lichtburg in Essen.

Michael Gerhold Chef

photocredit: medien&design Brückner

 

Kann dich überhaupt noch etwas aus der Ruhe bringen?

Na klar. Generell bin ich aber eher lange ruhig aber wenn dann ein gewisser Punkt überschritten ist, dann werde auch ich deutlicher und lauter. Meistens wenn sich an gesprochenes Wort nicht gehalten wird. Ich lege großen Wert darauf, dass man offen miteinander umgeht, Probleme anspricht und gemeinsam aus der Welt schafft. Wenn man sich dann aber nicht an Absprachen hält, oder gar lügt, kann ich schon einmal die Fassung verlieren.

 

Welche Veranstaltung magst du am liebsten und warum ist das so?

Ich kann es einfach nicht sagen. Jede Art von Veranstaltung hat seinen eigenen Charme. Ob es zum einen eine Karnevalssitzung ist, wo Menschen sich in den Armen liegen und schunkeln, gemeinsam lauthals lachen, auf den Stühlen stehen und feiern. Das ist was Besonderes, was wir erhalten müssen. Wirklich ein Stück Kultur. Ich kann mir vorstellen, dass einige den Karneval nur vom Straßenkarneval her kennen, der leider oft eine hässliche Fratze hat. Viele komplett betrunkene Menschen, alkoholisierte Jugendliche, etc. etc. Das ist kein Karneval. Besucht mal eine gute Karnevalssitzung, schaut euch das einmal ganz wertfrei mit ein paar Freunden an. Wenn es nach mir geht, eine Sitzung der Nippeser Bürgerwehr. Da bin ich karnevalistisch beheimatet. Ihr werdet sehen, was ich meine.

Michael Gerhold Karneval

photocredit: medien&design Brückner

Zum anderen ist es aber auch schön, wenn man monatelang eine Veranstaltung geplant, sie am Schreibtisch und in diversen Besprechungen organisiert hat und dann in glückliche Gesichter schaut. Das ist der Wahnsinn und macht mich unwahrscheinlich froh. Hier kann ich nichts favorisieren.

 

Während der Karnevalssession von 11.11. bis Rosenmontag bist du im Dauereinsatz. Macht das jedes Jahr genau so viel Spaß?

Das muss man erst einmal erklären:

Zu Beginn eines Kalenderjahres geht es mir meistens so, dass ich denke: Muss das jetzt wieder losgehen??? Dann folgen die ersten zwei bis drei Karnevalstuschs und dann ist man irgendwie drin. Wahnsinn. Eben noch „Stille Nacht, heilige Nacht“ und gefühlt einen Tag später „Denn wenn et Trömmelche jeit“. Das kann man als Außenstehender bestimmt nicht nachvollziehen. Wenn man also drin ist macht es Spaß, es sei denn, draußen ist Glatteis oder Künstler fallen krankheitsbedingt aus. Dann funktionieren eng getaktete Termine einfach nicht und man versucht einander zu helfen, wo es nur geht. Bei Veranstaltungen zwischen 100 und 1.500 Personen, wo alles minutiös getaktet ist, wünscht man das keinem.

Dann ist es auch meist schnell wieder vorbei. Man ist leer, braucht ne Pause. Wenn es dann auf den 11.11. zugeht, freut man sich drauf. Ansonsten kann ich nicht sagen, dass die ein- oder andere Session mehr oder weniger Spaß macht.

 

Wenn du Anfängern in der EventBranche Tipps geben dürftest, welche 3 wären das?

  • Fangt nicht in dem Bereich an, wenn ihr nicht wisst was ihr machen sollt. Manchmal hat man den Eindruck, dass jeder, der nicht genau weiß, was er will denkt: Mach ich halt was mit Veranstaltungen… Das ergibt einfach keinen Sinn. Man muss meiner Meinung nach Veranstaltungen lieben um den Beruf gut ausüben zu können.
  • Um im kölschen zu bleiben: Et hätt noch immer jot jejange. Mit anderen Worten: Lasst euch in schwierigen Situationen nicht aus der Ruhe bringen. Es hat irgendwie immer noch funktioniert. Unser Talent ist das Improvisieren.
  • Lasst euch nicht ausnutzen. Ich habe gerade in der Berufsschule einige Menschen kennengelernt, die komplett ausgenutzt wurden. Die in der Berufsschule immer wieder einschliefen, weil sie jede Nacht arbeiten mussten… Leider gibt es in der Branche immer noch einige schwarze Schafe, die gerade jungen Menschen viel versprechen und wenn man dann die Ausbildung begonnen hat, sich an nahezu nichts halten. Sucht eine Lösung, einen anderen Ausbildungsbetrieb, macht etwas dagegen! Es bringt nichts, nur um einen Ausbildungsplatz zu haben, das mit sich machen zu lassen.

 


Michael hat noch etwas ganz tolles entwickelt, sein neues Projekt – Kölner Deal.
Ab September/Oktober geht es richtig los und es wird täglich ein neuer, fairer Deal angeboten.

Wie kamst du auf diese Idee?

Auf die Idee kam ich durch eine Veranstaltung, die es zu füllen galt. Hier habe ich mit einem anderen Online-Couponing Unternehmen zusammengearbeitet.

Generell hört man ja nicht allzu viel Gutes von Online Couponing. Das möchte ich ändern. Zudem steht der Lokalkolorit hier auch im Vordergrund. Ich kenne das von mir. Man geht oft in die gleichen Bars, Kneipen und übt ähnliche Freizeitbeschäftigungen aus. Hier findet man neue lokale Angebote und Anreize. Das finde ich absolut spannend. Nicht umsonst heißt der Untertitel: Aus Köln. Für Köln.

 

WAs ist das Konzept dahinter?

Bei uns wird es täglich nur einen neuen Deal geben. Dadurch ist hier schon einmal ein gewisser Qualitätsstandard gesichert. Wir müssen nicht zwanghaft 20 Deals pro Tag an den Start bringen… Zudem wollen wir nichts verramschen. Rabatte von 50% und mehr finde ich einfach unseriös. Wir möchten unseren Kunden den bestmöglichen Preis bieten, ohne dass der Dealpartner darunter leidet. Es soll für die Unternehmen eine Werbeplattform sein, die erst dann etwas kostet, wenn ein Deal verkauft worden ist.

Kölner Deal auf Facebook


Wie du sehen kannst hat Michael viel erlebt und ist in den letzten Jahren an seinen Aufgaben gewachsen.

Wichtig ist, das Leben zu nehmen wie es kommt, Chancen zu ergreifen und los zu legen! Was daraus entstehen kann ist einfach unglaublich und sehr beeindruckend.

Als Michael damals die Agentur übernommen hat konnten wir es alle gar nicht glauben. Er ist einen super Weg gegangen und konnte uns mit seinen Zielen beeindrucken. Mehr von seinen Events gibt es natürlich auch auf Facebook.

Und ich muss ihm Recht geben. Wenn du nicht für Veranstaltungen brennst, dann solltest du es auch nicht zu deinem Beruf machen. Es gibt immer viel zu tun. Events sind nun mal dann, wenn alle andere Zeit haben hinzugehen. Das heißt an Abenden, Wochenenden und Feiertagen.

Aber wenn du merkst, wie dein Herz vor Aufregung hüpft und du es kaum erwarten kannst bis es los geht, dann solltest du es auf jeden Fall machen, aber dann auch richtig!!

Ich wünsche Michael weiterhin ganz viel Erfolg und freue mich auf seine neuen Ideen und spannenden Events!

  

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